Der Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils soll nicht nur für ältere Generationen von Bedeutung sein, die das kirchliche Ereignis von Weltrang vor 50 Jahren noch selbst miterlebt haben. Der Benediktinerpater Bernhard Eckerstorfer aus dem Stift Kremsmünster hat deshalb nun ein leicht verständliches Buch über das Konzil vorlegt, das auch die jüngeren Generationen ansprechen soll. Er stützt sich in seinem Buch auf eine zehnteilige Predigt- reihe, die er in der Stiftskirche Kremsmünster über das Zweite Vatikanum gehalten hatte. Das Vorwort zu dem Buch stammt aus der Feder des Linzer Altbischofs Maximilian Aichern.
Bei der Präsentation des Bandes mit dem Titel „Unterwegs im Geist des Konzils“ in der Linzer Karmelitenkirche, erinnerte Maximilian Aichern – selbst ein Zeitzeuge – an die Aufbruchsstimmung, die er 1959 als Theologiestudent bei der Ankündigung eines neuen Konzils erlebte. Vergleichbares sei „auch heute unter Papst Franziskus wieder spürbar“.
Das Interesse Bernhard Eckerstorfer am Konzil hat sich schon in seiner Doktorarbeit niedergeschlagen, die sich mit dem lutherischen Theologen George Lindbeck, der evangelischer Konzilsbeobachter war, beschäftigt hat. „Lindbeck erwähnte in jedem Gespräch, das ich mit ihm führte, wie sehr ihn das Konzil begeistert und persönlich geprägt hat. Da ist der Funke auch auf mich übergesprungen“, erzählte Eckerstorfer bei der Präsentation seines Buches. Doch nicht nur Lindbecks Begeisterung habe ihn fasziniert, sondern auch seine nüchterne Analyse während der Nachkonzilszeit. Auch heute brauche es eine tiefgreifende Erneuerung des Glaubens, die aber wach und offen auf unsere Zeit eingehe. Veränderungen in der Kirche und nachhaltige Reformen würden letztlich nicht durch lautstarke Forderungen erzielt. Er trete „sehr wohl für Reformen und auch für strukturelle Änderungen“ ein, so Eckerstorfer. „Sie ergeben sich aber wesentlich aus einer neuen Zuwendung zu Gott, aus einer Neuentdeckung der Bibel, der Liturgie und der geistlichen Tradition.“
kap /aha