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17.06.2014

Lange Nacht der Kirchen: Zugleich "traditionell und innovativ"

Pastoraltheologe Pock analysiert das Erfolgsrezept der ökumenischen Kirchennacht, die Jahr für Jahr Hunderttausende in die Kirchen lockt.

Mehr als 330.000 Menschen haben kürzlich die zehnte "Langen Nacht der Kirchen" in Österreich besucht. Die ökumenische Kirchennacht ist damit eine "Erfolgsgeschichte", die auf mehreren Säulen ruht, wie der Pastoraltheologe Johann Pock jetzt analysierte. Zu den Besonderheiten des Projekts zählt er die "gelebte und erfahrbare Gastfreundschaft" in dieser "Nacht der niedrigen Schwellen" an den Kirchenportalen. Die Veranstaltung verdeutliche zudem die Vielfalt der christlichen Kirchen und ermögliche nicht nur "unbekannten Suchenden", sondern auch der Kirche nahestehenden Menschen neue Perspektiven. Als ökumenisches Projekt leiste das Projekt zudem einen wichtigen Beitrag zur Verständigung unter Kirchen und Religionsgemeinschaften.

 

Die Menschen sind die Schätze

Die "Lange Nacht der Kirchen" sei zugleich "mutig und selbstbewusst, traditionell und innovativ" und zeige so "ein spannendes, lebendiges Gesicht christlicher Kirchen", betonte der an der Universität Wien lehrende Theologe pastoraltheologischen Einschätzung. In der Kirchennacht würden nicht nur Kostbarkeiten wie tolle Orgeln oder Sakristei-Schätze sichtbar, sondern vor allem auch die in den Pfarren vorhandenen Charismen, Fähigkeiten und Begabungen, so Pock: "Sie sind es, die eine Pfarre kostbar machen - denn ohne die Menschen, die eine Kirche beleben, ist sie ein nettes Museumsstück, ein schönes Kunstwerk, nicht mehr und nicht weniger."

 

Hoher Öffentlichkeitsgrad

Für wesentlich erachtet der Pastoraltheologe mit Blick auf das Bild von der "Kirche in der Welt in dieser Zeit" des Zweiten Vaticanums außerdem den "hohen Öffentlichkeitsgrad" der Veranstaltung. Christliche Kirchen seien nicht dazu da, sich aus der Welt zurückzuziehen, sondern um in dieser Welt das Leben, die Gesellschaft, die Kultur, die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft mitzugestalten, so Pock. "Die vielen Kirchen hier in Wien zeigen das Selbstbewusstsein einer Glaubensgemeinschaft, die von sich meint: Wir haben etwas anzubieten, wie das Leben gelingen kann - gerade in den Herausforderungen von heute; gerade angesichts von Krisen und von Widerständen."

 

Nächste "Lange Nacht der Kirchen" am 29. Mai 2015

Pock trug seine Einschätzung am 13. Juni 2014 in Wien beim traditionellen Mitarbeiterfest nach der "Langen Nacht der Kirchen" vor, bei der am 23. Mai allein in Wien 150.000 Menschen die offenen Gotteshäuser besucht hatten. Die nächste "Lange Nacht der Kirchen" findet am 29. Mai 2015 statt.