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12.06.2014

Die Feier der Eucharistie: Altardienst als Mystagogie

Das Geheimnis der Eucharistie für die Jugend

In den meisten Pfarrgemeinden gehört es zum vertrauten Bild der Messfeier: Neben dem Priester und eventuell dem Diakon ist eine Schar Kinder in liturgischer Kleidung im Altarraum versammelt – Ministrantinnen und Ministranten.

 

Das Zweite Vatikanische Konzil macht klar, dass Ministrieren ein liturgischer Dienst ist, den Laien ausüben sollen – wie auch das Vortragen der Lesungen, das Singen als Kantor oder im Chor, das Austeilen der Eucharistie als Kommunionhelfer. Wer den Dienst des Ministrierens übernimmt, soll seine Aufgabe in "aufrichtiger Frömmigkeit erfüllen, und in einer Ordnung, wie sie einem solchen Dienst ziemt und wie sie das Volk Gottes mit Recht von ihnen verlangt." (SC 29)

 

Ein hoher Anspruch an Kinder und Jugendliche! Sicher engagieren sich manche von ihnen als Ministranten, weil es ihnen wichtig ist, Jesus nahe zu kommen und ihm in der Eucharistie zu begegnen. Bei vielen sind aber sicher andere Beweggründe vorrangig. Manche kommen sowieso mit Eltern oder Großeltern in die Kirche und freuen sich, vorne dabei sein zu können. Manche fühlen sich in der Gemeinschaft der Gruppe wohl und kommen zum Gottesdienst, um ihre Freunde zu treffen.

 

Vertraut werden

Tatsache ist, dass sie durch ihren Dienst als Ministranten regelmäßig zur Kirche kommen und Liturgie erleben. Sie bringen sich bei der feierlichen Gestaltung von Gottesdiensten aktiv ein, auch wenn ihnen die Tiefe der Symbole und Riten, mit denen sie dabei vertraut werden, noch nicht bewusst sein mag. Sie erleben vorerst einfach, wie das Volk Gottes den Glauben feiert.

 

"Äußerlichen" Dienst verinnerlichen

Die Begleitung der Ministranten ist deshalb ein wichtiges pastorales Anliegen. Ministranten zu begleiten ist mehr als Dienste einzuteilen oder die "Aufführung" des nächsten Gottesdienstes zu proben. Es ist die Chance, jungen Menschen das, was wir feiern, zu erschließen. Ziel der Ministrantenseelsorge ist es, Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie immer mehr lernen, ihren Dienst nicht nur "äußerlich" zu verrichten, sondern das Geschehen auch persönlich, also "innerlich" mitzuvollziehen.

 

Regelmäßige Ministrantenstunden, in denen man sich bemüht, miteinander dem Geheimnis unseres Glaubens auf die Spur zu kommen, sind dazu genauso wichtig wie die kleinen, individuellen Hinweise, die man bei der Vorbereitung oder auch der "Nachbereitung" der Liturgie einzelnen Ministranten geben kann. Erwachsene Ministranten, Gruppenleiter, Mesner, Priester, Pastoralassistenten, Eltern – sie alle können Personen sein, die durch das rechte Wort zur rechten Zeit zu "mystagogischen Lotsen" für die Ministrantinnen und Ministranten werden und ihnen so Aspekte des Glaubens persönlich erschließen.