Hochzeiten, Erstkommunionen, Firmungen und andere große Feste sind wichtige Momente im Gemeindeleben. Allzu oft findet sich dabei viele in der Gemeinde, die nicht nur Freude am Gottesdienst haben.
Betretene Blicke zeugen von wenig Kenntnis und großer Unsicherheit. Gemeinsam das Kreuzzeichen machen, auf die Rufe des Priesters antworten, sich setzen, aufstehen, der Friedensgruß, der Gang zur Kommunion – für die Gemeinde sind es selbstverständliche Handlungen. Wer aber mit der Symbolwelt der Liturgie nicht vertraut ist, tut sich schwer. Ist die Homilie geeignet, hier Abhilfe zu schaffen und in die Sprache des Gottesdienstes einzuführen? Lässt sich "die heilige Messe predigen"?
Symbole sollen aus sich selbst sprechen. Ja, allzu oft zerstört eine Erklärung den Symbolcharakter einer Handlung sogar. Denn Symbole entfalten ihre Kraft nicht einfach nur dadurch, dass wir darüber nachdenken. Sie sprechen den Menschen ganz an, alle Sinne, den Geist und die Gefühlsebene. Symbole werden gesehen, gehört, gespürt, geschmeckt, gerochen. Die Feier der Sakramente macht die Gegenwart Gottes nicht nur erkennbar, sondern auch sinnlich erfahrbar. So predigt die Eucharistie sich selbst.
Aber die Zeichen der Liturgie sind Teil der christlichen Glaubenssprache, die gelernt und immer wieder geübt werden muss. Die Predigt hat die Aufgabe, die Heilige Schrift für die Gemeinde heute auszulegen. Dazu gehört auch die Einführung in die reiche Bildwelt des Alten und Neuen Testaments, aus der die meisten Symbole und Zeichen im Gottesdienst stammen. Wenn sich Fragen aus den Lesungen ergeben, ist es sinnvoll, in der Predigt aufzuzeigen, wie die biblische Botschaft mit einzelnen gottesdienstdienstlichen Elementen zusammenhängt.
Ein Beispiel aus der jüdischen Pessach-Haggada mag das verdeutlichen. Dort ist eine solche Predigt gewissermaßen ritualisiert. Nachdem der Becher mit Wein zum zweiten Mal gefüllt wurde, fragt das jüngste Kind: "Wodurch unterscheidet sich dies Nacht von allen anderen Nächten?" Darauf wird vom Auszug Israels aus Ägypten erzählt und erklärt, warum dieses Pessach gefeiert wird.
Warum feiern wir Eucharistie? Diese Frage kann nicht oft genug gestellt werden. Die Heilige Schrift hält dazu die Antwort bereit: Wir feiern, was Christus für uns getan hat. Indem wir von seinem Leib essen und von seinem Blut trinken, haben wir Anteil an der Erlösung, die er am Kreuz für alle Menschen erwirkt hat. So wird es im Hochgebet, im eucharistischen Kanon gesagt. In aller Vorsicht kann die Predigt dazu anleiten, genauer hinzuhören und hinzuschauen. Wichtiger noch sind die Einübung und das Hineinwachsen in den Gottesdienst.