Die Christen in Thessaloniki lebten in einer teils jüdischen, teils nichtjüdischen Umgebung und waren durch die günstige Wirtschaftslage materiell gut gestellt.
Schwarz: „Der 1. Thessalonicher-Brief behandelt zunächst das gute Verhältnis zwischen Paulus und der Gemeinde, weiters gibt es einzelne konkrete Weisungen des Apostels (in Bezug auf Ehe, Ehrlichkeit im Geschäftsleben, Arbeitsmoral, Achtung vor den Gemeindeleitern), schließlich geht es um das Problem, was mit jenen Christen geschieht, die vor der Wiederkunft Christi gestorben sind.“
Der Bibeltheologe findet es „sehr bedeutsam, dass Paulus die Gemeinde nicht nur an seiner Verkündigung teilhaben ließ, sondern an seinem ganzen Leben (2,8), d. h. es ist zwischen ihm und der Gemeinde eine sehr intensive persönliche Beziehung entstanden“. Schwarz: „Ganz zentral ist auch das älteste Auferstehungszeugnis in diesem Brief.“
Auf dem Weg über Amphipolis und Apollonia kamen sie nach Thessalonich. Dort hatten die Juden eine Synagoge. Nach seiner Gewohnheit ging Paulus zu ihnen und redete an drei Sabbaten zu ihnen, wobei er von den Schriften ausging. Er legte sie ihnen aus und erklärte, dass der Messias leiden und von den Toten auferstehen musste. Und er sagte: Jesus, den ich euch verkünde, ist dieser Messias. Einige von ihnen ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, außerdem eine große Schar gottesfürchtiger Griechen, darunter nicht wenige Frauen aus vornehmen Kreisen. Die Juden wurden eifersüchtig, holten sich einige nichtsnutzige Männer, die sich auf dem Markt herumtrieben, wiegelten mit ihrer Hilfe das Volk auf und brachten die Stadt in Aufruhr. Sie zogen zum Haus des Jason und wollten die beiden vor das Volk führen. Sie fanden sie aber nicht. Daher schleppten sie den Jason und einige Brüder vor die Stadtpräfekten und schrien: Diese Leute, die die ganze Welt in Aufruhr gebracht haben, sind jetzt auch hier, und Jason hat sie aufgenommen. Sie alle verstoßen gegen die Gesetze des Kaisers; denn sie behaupten, ein anderer sei König, nämlich Jesus. So brachten sie die Menge und die Stadtpräfekten, die das hörten, in Erregung. Diese nahmen von Jason und den anderen eine Bürgschaft und ließen sie frei. Die Brüder schickten noch in der Nacht Paulus und Silas weiter nach Beröa. Nach ihrer Ankunft gingen sie in die Synagoge der Juden. Diese waren freundlicher als die in Thessalonich; mit großer Bereitschaft nahmen sie das Wort auf und forschten Tag für Tag in den Schriften nach, ob sich dies wirklich so verhielte. Viele von ihnen wurden gläubig, und ebenso nicht wenige der vornehmen griechischen Frauen und Männer. Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus auch in Beröa das Wort Gottes verkündete, kamen sie dorthin, um das Volk aufzuwiegeln und aufzuhetzen. Da schickten die Brüder Paulus sogleich weg zum Meer hinunter. Silas und Timotheus aber blieben zurück. Die Begleiter des Paulus brachten ihn nach Athen. Mit dem Auftrag an Silas und Timotheus, Paulus möglichst rasch nachzukommen, kehrten sie zurück.