An fast jedem Tag unseres Heiligenkalenders fällt die große Zahl der Märtyrer auf. An diesem Sonntag etwa finden sich Blutzeugen aus den Christenverfolgungen im alten Rom, aber auch solche späterer Streitigkeiten in Kleinasien, Missionare in Indochina, und ein Handwerker, der wegen seiner Treue zur Kirche in der Französischen Revolution hingerichtet wurde.
Besonders bewegen mich 53 japanische Märtyrer. Nach umfangreicher Missionstätigkeit, vor allem der Jesuiten und Franziskaner ab dem 16. Jahrhundert begannen die japanischen Kaiser, das Christentum zu verfolgen. Die am 12. Jänner 1629 in Yonezawa Getöteten, unter ihnen auch Samurai, gehörten zu den letzten Christen, die noch offen ihren Glauben bekannt hatten. Bald danach galt das Christentum in Japan als ausgelöscht.
Als 1865 zum ersten Mal Ausländer wieder eine Kirche bauen durften, tauchte eine Handvoll Japaner auf und gab zu erkennen, dass sie Christen seien – Angehörige der Kirche, die mehr als 200 Jahre ausschließlich im Verborgenen weiterexistiert hat. Ihre erste Frage war, wo denn die Statue der Jungfrau Maria sei.
Das II. Vatikanische Konzil sagt über das Martyrium: „Wenn es auch wenigen gegeben wird, so müssen doch alle bereit sein, Christus in den Verfolgungen, die der Kirche nie fehlen, auf dem Weg des Kreuzes zu folgen.“ Alle müssen bereit sein… Wenn ich mich mit einer gewissen Bangigkeit frage, wie es denn bei mir damit ausschaut, dann ist mir die Treue der japanischen Katholiken eine besondere Ermutigung.
Leitartikel vom 12. Jänner 2014