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10.01.2014

Spiritualität für Leib und Seele: Die Kunst des Schlafens

Der Tipp der Woche von Karl-Heinz Steinmetz.

Ein Tag fordert viel uns - oft über den Abend hinaus bis in die Nachtstunden hinein. Wenn dann die große Müdigkeit kommt, fällt man ins Bett und nimmt nur allzu leicht einen Ballast mit, der echte Erholung unmöglich macht. In seinem Tagebuch hat der große Theologe Romano Guardini zu dieser Problematik folgende schlichte Sätze niedergeschrieben:

 

"Wir schlafen in der Nacht. Doch nicht mit allem; vieles in uns wacht und arbeitet weiter. Je tiefer der Schlaf, desto tiefer hinunter in unser Wesen reicht die Ruhe. Ganz aber schlafen wir nie. Immer wacht und wirkt es in uns. Die Kunst des Schlafens besteht darin, zu sorgen, dass wenn schon immer etwas in uns arbeitet, es wenigstens etwas Gutes sei. So sagen die geistlichen Meister: Sorge dafür, dass Du mit einem Gedanken aus Gottes Nähe einschläfst. Nicht gewaltsam, sondern in einem ruhigen, leisen Daran-Denken!"

 

Das "Leise Daran-Denken"

Hand auf’s Herz: Nur wenige werden den Tag vor dem Schlafengehen regelmäßig mit einer "Komplet", dem klösterlichen Nachtgebet, beenden. (Was  aber ein guter Vorsatz – zum Beispiel für die Fastenzeit wäre!) Doch ohne Guardinis "leises Daran-Denken" sollte man nicht schlafen gehen: Es dauert nur Sekunden und erinnert uns gerade in schweren Stunden daran, dass wir Wand an Wand mit dem Unendlichen leben.