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10.09.2013

Jugendpastoral im Social Web

Welchen Einsatz finden Social Media in der Jugendpastoral, welche Chancen und welche Nachteile bestehen.

"Die Leute, die heute unter 30 sind, sind in 10-15 Jahren die Entscheidungsträger/innen in der Gesellschaft. Das Social Web ist für sie selbstverständlich. Wir befinden uns in einem großen Umbruch", betont Andrea Mayer-Edoloeyi von der Katholischen Aktion der Diözese Linz. Mayer-Edoloeyi ist in der KA-Linz für Social Media zuständig und seit Jänner 2012 auch im Kommunikationsbüro der Diözese für diesen Themenbereich tätig. "Die Kirche tut gut daran, sich besser heute als morgen mit dem Thema zu beschäftigen und ihre eigenen Mitarbeiter/innen im Bereich der Social Media fit zu machen und bestehende Initiativen zu unterstützen", betont Mayer-Edoloeyi.

 

Junge Menschen in ihrer Sprache ansprechen

In diesem Bereich geschieht schon sehr viel. "Als Katholische Jugend der Erzdiözese Wien wollen wir junge Menschen in ihrer Sprache ansprechen und ihnen in ihrer Lebenswelt begegnen", sagt Saskia Bellem von der Katholischen Jugend (KJ) der Erzdiözese Wien. Fester Bestandteil dieser Lebenswelt seien die so genannten Social Media – ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren mit rasanter Geschwindigkeit an Bedeutung und Verbreitung gewonnen hat: internetbasierte Medien, die Interaktion erlauben und Vernetzung in virtuellen Räumen. "Das soziale Netzwerk Facebook als Teil dieser Social Media ist ein solcher Ort der Begegnung und für uns in unserer täglichen Arbeit mittlerweile zu einem unverzichtbaren Kommunikationswerkzeug geworden", so Bellem.

 

Themen, die Jugendliche interessieren

"Genau diese Form des Dialogs ist es, die uns für unsere Arbeit von großem Nutzen ist. Einzelne Mitglieder unserer Zielgruppe treten hervor, werden sichtbar, bekommen – ganz im eigentlichen Wortsinn von face-book – ein Gesicht", sagt die KJ-Mitarbeiterin: "Wir können auf die einzelnen Menschen eingehen und uns ein genaueres Bild davon machen, was sie beschäftigt, welche Themen sie interessieren und welche Fragen sie haben." Das sei von großem Wert in der Jugendseelsorge, "weil wir so unserem Auftrag noch besser gerecht werden können, Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden zu begleiten und sie in der Auseinandersetzung mit ihrem Glauben zu unterstützen." All dies ändere jedoch nichts daran, dass der direkte Kontakt, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht – face-to-face – nach wie vor die wichtigste Form der Begegnung bleibe. "Die Kommunikation im virtuellen Raum ist ein zentrales Werkzeug, das dem stets untergeordnet bleiben wird", stellt Bellem klar.

 

Die Schattenseiten des Social Web

So sehr das Social Web auch boomt, so hat es doch auch seine Schattenseiten. "Im Blick auf Facebook haben wir es mit einem kommerziellen Unternehmen zu tun, das unsere Daten sammelt. Ich würde mir wünschen, dass die Kirche die User/innen im kompetenten Umgang mit den Social Media stärkt und sich, was Netz-Politik betrifft, verstärkt zu Wort meldet", betont Andrea Mayer-Edoloeyi von der KA Linz.
Marcel Kneuer gibt zu bedenken: "Die Verwendung von Facebook - so populär es auch ist - hat natürlich das Problem, dass jene ausgeschlossen sind, die hier nicht Mitglied werden bzw. wird man auf der anderen Seite gezwungen Mitglied zu werden, wenn man partizipieren will."