Papst Franziskus wird vom 22. bis 29. Juli seine erste Auslandsreise unternehmen und dabei den Weltjugendtag (WJT) in Rio de Janeiro besuchen. Höhepunkte der Reise sind eine Messe im Wallfahrtsort Aparecida bei Sao Paulo, der Besuch eines Krankenhauses und eines Armenviertels in Rio de Janeiro und ein Kreuzweg mit Jugendlichen. Am 29. Juli wird Franziskus auf dem Campus Fidei ("Glaubensfeld") von Guaratiba die offizielle Messe zum WJT halten, bevor er am Abend nach Rom zurückfliegt.
Laut offiziellem Programm trifft der Heilige Vater bereits am 22. Juli in Rio de Janeiro ein, wo er am Flughafen Galeao/Antonio Carlos Jobim durch die brasilianische Regierung empfangen wird. Bei einer anschließenden Willkommenszeremonie im Garten des Guanabara-Palasts von Rio folgt die erste offizielle Ansprache des lateinamerikanischen Papstes auf seinem Heimatkontinent.
Auf dem Programm steht auch der Besuch des bedeutendsten Wallfahrtsorts des Landes, Aparecida bei Sao Paulo. Der Papst wird dort am Mittwoch nach der Verehrung des Marienbildnisses in der Zwölf-Apostel-Kapelle eine Messe in der Basilika des Heiligtums "Unsere Liebe Frau von der Unbefleckten Empfängnis" feiern.
Von dort aus reist er weiter nach Rio de Janeiro, wo am 24. Juli im Krankenhaus "Sao Francisco de Assis" die Eröffnung einer neuen Abteilung für Drogensüchtige geplant ist. Die Station soll laut Klinikleitung seelisch verletzten Menschen neue Hoffnung und eine zweite Chance geben, allen voran drogenabhängigen Kindern und Jugendlichen. Es wird der "franziskanischste Moment" der Papstreise, glaubt Bruder Francisco Belotti, Chef des Krankenhauses.
Der Papst wird bei seinem Besuch einen neuen Trakt mit vier Etagen einweihen, der ausschließlich für den Drogenentzug bereitsteht. Im Mittelpunkt stehe aber das "Zusammentreffen mit durch Drogen verletzten Menschen", so Belotti.
Am 25. Juli folgt der symbolische Akt der Übergabe von Schlüsseln der Stadt Rio de Janeiro an Franziskus, der bei dieser Gelegenheit auch die olympischen Fahnen - 2016 finden hier nach der Fußball-WM 2014 auch die Olympiade statt - segnen wird.
Er besucht weiters eine Favela (Armenviertel), wo er den neuen Altar einer Kapelle weihen und eine Ansprache halten wird. Von der Gemeinde erhält Franziskus ein noch unbekanntes Geschenk . Auf dem Weg zur Kapelle wird der Heilige Vater 300 Meter über löchrige Straßen vorbei an unverputzten und bescheidenen Häusern gehen. Das Angebot der Stadt, Renovierungsarbeiten für den Papstbesuch durchzuführen, haben die etwa 1.000 Bewohner abgelehnt.
Franziskus habe ausdrücklich um Kontakt zu den Bewohnern gebeten, erzählte Everaldo Oliveira, Mitglied des Organisationskomitees der Favela. Geplant ist der Besuch einer Familie in ihrem Haus. Welche Familie das sein wird, sei noch geheim.
Fünf Minuten Fußmarsch von der Kapelle entfernt befindet sich ein Fußballplatz, auf dem gerade eine Bühne aufgebaut wird. Hier wird der Papst seine Ansprache halten. Zäune gibt es keine. Der Heilige Vater wünsche ausdrücklich die Nähe zu den Anwesenden, so Oliveira. In Varginha lebten gleich viele Katholiken wie Evangelikale. Meistens bete man aber gemeinsam, berichtete er.
Die Situation in Varginha sei nicht ungefährlich. 50 Meter neben der Kapelle verläuft die Straße "Leopold Bolhoes". Verfeindete Drogenbanden beschossen sich hier jahrelang quer über die Straße. Regelmäßig starben Passanten im Kreuzfeuer, erzählte Everaldo Oliveira.
Seit Jänner ist die Region nun von der Polizei besetzt. Eine der rund 30 städtischen UPP-Befriedungseinheiten ist hier stationiert. Laut offiziellen Statements hätten diese Befriedungstruppen für Frieden gesorgt. Von Seiten der Favela-Bewohner gibt man sich aber weniger optimistisch.
Von der Favela wird das Papamobil in Richtung der Copacabana-Strandpromenade fahren, wo der Papst gemeinsam mit den Jugendlichen ein Begrüßungsfest feiert.
Am darauffolgenden Freitag wird Franziskus zunächst im Park "Quinta da Boa Vista" die Beichte von einigen Weltjugendtags-Teilnehmern hören. Es folgt die Begegnung mit jugendlichen Straftätern im Haus des Erzbischofs, ein Treffen mit den Organisatoren und Sponsoren des Treffens und ein Mittagessen mit Jugendlichen. Abends geht es wieder auf die Copacabana: Auch beim Kreuzweg mit den Jugendlichen ist eine Ansprache von Franziskus vorgesehen.
Der Samstag ist den Geistlichen und dem offiziellen Brasilien gewidmet. Morgens werden die Bischöfe des WJT gemeinsam mit dem Papst, den Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in der Kathedrale St. Sebastian eine Messe feiern. Nach einem Treffen und Mittagessen mit Brasiliens Bischöfen begibt sich Franziskus Nachmittags in den weiten Südosten der Stadt. Bis in die späten Abendstunden gibt es hier eine Gebetswache auf dem Campus Fidei, der für diese Nacht zum Schlafplatz von erwarteten zwei Millionen Jugendlichen wird.
Höhepunkt des Papstbesuches wie auch des Weltjugendtreffens ist schließlich gleichen Orts der Abschlussgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr. Der Papst predigt hier und spricht auch nach der Messe noch das gemeinsame Angelus-Gebet. Nachmittags folgt noch eine Begegnung mit den Koordinatoren des Lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM, dem Franziskus einst selbst angehörte, sowie mit den freiwilligen Helfern des Weltjugendtages. Um 19 Uhr nimmt der Papst schließlich im Flugzeug wieder Kurs auf Rom.